„Es ergab sich im Jahre des Herrn 1972, dass zu später Stunde in einem Kellerrestaurant in Berns Altstadt diverse Mannen die Hand erhoben zum Schwure und gelobten, im Hauptort der Eidgenossenschaft ohne weiteren Verzug einen Rugby Club zu gründen…“
Natürlich ist diese Einführung ein wenig übertrieben, trotzdem gibt es noch immer Gründungsmitglieder, die behaupten, dass es sich genau so zugetragen hat.
Weil zu dieser Zeit ein Sportfeld auf Stadtboden fehlte, wurden die ersten Berner Rugbyspiele in Niederwangen ausgetragen. Bald schon folgte der Umzug ins altehrwürdige Turnerstadion (heute Leichtathletikstadion genannt) und damit auf die grosse Berner Allmend, welche bis zum heutigen Tag unsere Heimat ist – vis-à-vis des Wankdorfstadions (heute Stade de Suisse genannt), der Heimat der Berner Young Boys.
In den ersten Jahren kämpfte das zarte Rugbypflänzchen in Bern ums Überleben. Expats aus Südafrika und England, aber auch aus Kanada und Irland war es zu verdanken, dass der Club diese schwierige Zeit überwinden konnte und langsam Wurzeln im trockenen Berner Sandsteinboden zu schlagen begann.
Die Trainingsmoral war nicht wirklich berauschend und so verwundert es nicht, dass an den Spieltagen meistens noch telefonische Aufgebote erfolgten und einzelne Cracks sogar mit Abholservice rechnen konnten. Der Weg an Auswärtsspiele war in den Anfängen sehr zeitintensiv, weil das Nationalstrassennetz noch längst nicht fertiggestellt war, die Spiele aber nichtsdestotrotz in allen Ecken unseres Landes ausgetragen wurden. Umso schöner sind die Erinnerungen an diese Reisen quer durch die Schweiz!
Der RCB verbrachte diese Jahre in der NL-B und es kristallisierten sich Derbys heraus, wie zum Beispiel gegen Ticino oder Zürich. Es war immer besonders hart, gegen diese Teams zu spielen, gross war die Rivalität, beträchtlich die Emotionen. Das Epizentrum des Schweizer Rugbys befand sich schon zu dieser Zeit primär in der Westschweiz, welche vom French Flair und der Rugbytradition unseres Nachbarlandes profitierte.